KSV-Taktik

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DSummer
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Re: KSV-Taktik

Beitrag von DSummer » Mo 4. Sep 2017, 12:55

holzbein hat geschrieben: Mein Vorschlag:
Wir versuchen herauszufinden, ob unser Trainerteam Bedenken hat, wenn diese Hobby-Analysen hier öffentlich (oder überhaupt) gepostet werden.
Vielleicht kann einer unserer Trainingskiebitze bei nächster Gelegenheit mal bei Anfang/Cichon/Kohlmann nachfragen?

Bis das geklärt ist, würde ich diesen Thread erstmal am aktuellen Ort mit der aktuellen Beschränkung auf angemeldete User belassen.
Das hört sich nach einem soliden Plan an, der sich ja möglicherweise auch kurzfristig umsetzen lässt. Ich bin auf jeden Fall gespannt.

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Re: KSV-Taktik

Beitrag von DSummer » Di 5. Sep 2017, 12:37

Weiter geht’s nach der Länderspielpause. Kaiserslautern: Rote Teufel, aktuell aber ohne Feuer.

Lautern konnte sich nach dem verlorenen Saisonstart etwas stabilisieren. Die Aufstellung entwickelte sich dabei von einem 4-2-3-1 zu einem breiten 3-4-3, dabei mit Halfar als Spielmacher hinter zwei Stürmern. Die Pfälzer kommen trotzdem selten in den gegnerischen Strafraum, da sie eher auf Sicherheit bedacht etwas zurückgezogen positioniert auf Konter warten und den Gegner spielen lassen. Wohl daher auch nur die geteilt schlechteste Offensive mit 2 Toren. Mit 7 Gegentoren zudem auch eine anfällige Defensive, die sich aber bei Luftduellen aufzeichnen konnte.

Wirft man nur einen Blick auf diese Werte, sollte Kiel mit starkem Pressing und schnellem, flachem Umschaltspiel klarer Favorit sein. Irgendwie verkehrte Welt.

Einzig 2 Punkte bereiten mir Sorgen:
1. Die 2-Wochen-Pause und damit die Möglichkeit für Lautern sich taktisch gut auf Kiel einzustellen.
2. Lenz‘ Ausfall, der das Kieler Spiel irgendwie beeinflussen wird.

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Re: KSV-Taktik

Beitrag von VierVierZwo » Di 5. Sep 2017, 22:40

DSummer hat geschrieben: Czichos; IV links; Kapitän; Spielmachender IV; koordiniert Abwehr; präzise Umschaltmomente mit Steilpässen und langen Bällen; Antreiber; rückt aus Kette raus.
Schmidt; IV rechts; eher klassischer IV; rückt aus Kette raus.
Aus meiner Erinnerung heraus spielt Schmidt häufiger präzise, lange Pässe (wenn auch eher im ruhigen Spielaufbau als im Umschaltspiel). Ist es tatsächlich umgekehrt, dass Czichos da statistisch die Nase vorn hat? Den ruhigen, flachen Spielaufbau würde ich dagegen Czichos zuschreiben.
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Re: KSV-Taktik

Beitrag von DSummer » Mi 6. Sep 2017, 11:03

VierVierZwo hat geschrieben:Ist es tatsächlich umgekehrt, dass Czichos da statistisch die Nase vorn hat? Den ruhigen, flachen Spielaufbau würde ich dagegen Czichos zuschreiben
Die Statistik sagt: Schmidt spielt mehr lange Bälle, Czichos aber genauere. Von daher war die Vermutung nur zur Hälfte korrekt. Bei den kurzen Pässen, dem ruhigen Spielaufbau, tut sich nicht viel zwischen beiden.

Die konkreten Zahlen:

Lange Bälle
Kronholm: Lange Bälle pro Spiel insgesamt 20; angekommen 9; Erfolgsquote 45%.
Schmidt: Lange Bälle pro Spiel insgesamt 14; angekommen 5; Erfolgsquote 36%.
Czichos: Lange Bälle pro Spiel insgesamt: 11,8; angekommen 7,8; Erfolgsquote: 66%.
Lenz: Lange Bälle pro Spiel insgesamt 11,5; angekommen 4,5; Erfolgsquote 39%.

Dann kommt erstmal eine Lücke und dann eine Reihe von Spielern mit 1,5 und weniger angekommenen Bällen. Czichos Erfolgsquote deutlich besser, eventuell weil seine langen Bälle risikoärmer sind (weniger Gegenspieler im Raum), besser getimet und er freie Räume besser antizipiert (mehr Raum und damit Zeit für die Kieler Offensive), oder schlicht kürzer gespielt und damit sicherer.

Kurze Pässe
Kronholm: Kurze Pässe pro Spiel insgesamt 19,6; angekommen 19,3; Erfolgsquote 98%.
Schmidt: Kurze Pässe pro Spiel insgesamt 33,8; angekommen 31,5; Erfolgsquote 93%.
Czichos: Kurze Pässe pro Spiel insgesamt: 37,5; angekommen 34,5; Erfolgsquote: 92%.
Lenz: Kurze Pässe pro Spiel insgesamt 25,3; angekommen 19; Erfolgsquote 75%.

Bei den kurzen Pässen sieht man gut, dass Schmidt und Czichos nahezu gleich sind und der Kieler Zentrale eine gute Basis geben. Lenz auch noch viele Pässe macht, diese aber auch in höheren Positionen auf der linken Seite spielt, sodass die Erfoglsquote sinkt.

Dies sind die Durchschnittswerte der bisherigen vier Bundesligaspiele, alles nachzulesen unter http://www.whoscored.com

Interessant wird es, wenn man sich dazu die einzelnen Spiele anguckt, Fokus auf Czichios und Schmidt. Dafür eine kleine Übersciht mit allen gespielten Bällen und den Bällen, die ins letzte Drittel, also mit hohem Risiko, gespielt wurden.

Sandhausen: Lange Bälle Czichos 21; Schmidt 23. Ins letzte Drittel gespielt C: 13; S: 10.
Berlin: LB C: 9; S: 16; Letztes Drittel: C: 4; S:10.
Fürth: LB C: 12; S: 9; Letztes Drittel: C: 6; S:6.
Regensburg: LB C: 5; S: 8; Letztes Drittel: C: 2; S: 7.

Daraus ergibt sich, dass
a) nach dem Sandhausenspiel nicht mehr mit so vielen langen Bällen gespielt wurde oder gespielt werden konnten, weil sich der Gegner darauf eingestellt hat.
b) Schmidt mehr lange Bälle ins letzte Drittel spielt als Czichos. Das würde auch die geringere Erfolgsquote erklären, da diese Bälle risikoreicher sind.
c) Der Gegner eventuell Czichos bewusst stärker blockiert als Schmidt - so wie ich auch spielen lassen würde ("Wie kann Kiel besiegt werden?").
d) Lenz im Aufbauspiel mit seinen langen Bällen fehlen wird. Herrmann zeigte in der Abwehr hin und wieder lange Bälle, aber deutlich weniger als Lenz.

Möglicherweise hat jemand dazu noch andere Schlüsse? Meine Status Quo Analyse müsste um diese Schlüsse angepasst werden.

Und: Gibt es schon News bzgl. der Trainerfrage dieser Analysen?

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Re: KSV-Taktik

Beitrag von VierVierZwo » Do 7. Sep 2017, 21:58

Gerade mal nachgelesen, was laut der Statistikseite "Lange Pässe" sind: mind. 25 Yards, also weiter als 23 Meter. Da liegen die ins gegnerische Drittel i. d. R. deutlich drüber. Das waren dann wohl die, die mir eher im Gedächtnis geblieben sind.
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Re: KSV-Taktik

Beitrag von DSummer » So 10. Sep 2017, 20:04

5. Spieltag, 09.09.2017, 13:00, Holstein Kiel - 1. FC Kaiserslautern 2:1

Glückliche Punkte. Einfach mitnehmen. Noch 30.

Einige Umstellungen

Markus Anfang stand mit dem Ausfall von Lenz vor einer schwierigen Aufgabe. Wie sollte er den Taktgeber auf der linke Seite ersetzen? Er entschied sich für Heidinger, sodass Herrmann auf der rechten Abwehrseite blieb. Ansonsten gab es im bekannten 4-1-4-1 keine Änderungen. Das Team ist gut eingespielt und fit.
5.ST_KSV-Lautern_2-1.jpg
Kaiserslauterns Trainer Norber Meier, hat zur Eindämmung der Kieler Offensive ein kompaktes 4-4-2 mit an die Förde gebracht. Das Team stelle er dabei auf 3 Positionen um: Andersson im Sturm, Ziegler im zentralen und Kwadwo im rechten Mittelfeld kamen neu ist Spiel. Somit gab es im Vergleich zu den letzten Spielen (4-2-3-1; 3-4-3) erneut eine neue taktische Grundordnung, die über die Länderspielpause einstudiert wurde. Und diese funktionierte gegen Kiel gut.

Verregneter Start

Meier hatte seinem Team einen einfachen Plan für dieses Regenduell mitgegeben: Zwei kompakte Viererketten sollten Steilpässe verhindern und den Zugriff auf den zweiten Ball schaffen. Dazu sollten die beiden Stürmer die Kieler Abwehr am Aufbau hindern, sich dann zum Ball verschieben und auf Konter warten. Dies funktionierte nach der Anfangsphase sehr gut.

Nur in dieser Anfangsphase schaffte es Kiel mit einigen Steilpässen die Räume im letzten Drittel und die noch nicht ideale Staffelung der roten Teufel auszunutzen. Hier konnte Holstein einige Torchancen verzeichnen, zumeist aber aus spitzem Winkel, da die Innenverteidigung der Pfälzer die Mitte gut verteidigte und Ducksch kaum Raum ließ und ihn häufig zurückdrängte.

Für Ducksch war dies ein undankbares Spiel. Correia und Vucor hatten ihn stets im Griff und konnten fast alle hohen Bälle für sich entscheiden. Hohe Bälle, die aufsgesprungen sind, waren auf dem rutschigen Rasen zudem auch enorm schnell und schwerer zu kontrollieren. Bei flachen Pässen gingen sie sofort gegen Ducksch in den Zweikampf und schoben ihn in eine tiefere Position. Dort konnte er seine guten Bewegungen zum Tor nicht abrufen und hing zwischen den Linien fest.

Grundsätzlich zeichnete sich Lautern durch starke Luftzweikämpfe aus. Eindrucksvolle 2/3 dieser konnten sie gewinnen. Das typische Muster Kiels "Ballgewinn - hoher Ball - gefährliche Szene" funktionierte also nicht. Kiels Offensive stand zu hoch, sodass die Anbindung an die Defensive fehlte. Dazu kam, dass Lautern bei Kieler Ballbesitz sehr kompakt und gut gestaffelt stand und wie erwähnt viele Zweikämfe gewinnen konnten. So entwickelte sich ein Spiel, bei dem Kiel zwar den Ball, aber keine Ideen hatte und Lautern mit laufender Spielzeit die Kieler Schwächen entdeckte.

Lautern wird stärker, Kiel trifft

Nach der Anfangsphase zeigte sich, dass der Ausfall von Lenz zu einigen Änderungen geführt hat. Heidinger und Herrmann standen bei Kieler Ballbesitz oft stark eingerückt und bildeten mit Kinsombi ein kompaktes Dreiergespann vor den Innenverteidigern. Die Außenstürmer, sonst über die Außenverteidiger gut einbezogen, verloren so aber den Kontakt zum Spiel, standen häufig zu hoch und waren aufgrund der Lauterer Viererketten stets gut bewacht. Schnelle Vorstöße klappten über die Außen nicht mehr, die Abtimmung zwischen Außenverteidigern und Außenstürmern funktionerte nicht immer reibungslos. Es entstanden auf Kieler Seite einige Lücken auf den Außenpositionen, die die roten Teufel als offensive Option entdeckten.

Bei ruhenden Bällen aus der Lauterer Hälfte positinierte sich Kinsombi als dritter Innenverteidiger zwischen Czichos und Schmidt. Mühling agierte dann als 6er neben Herrmann und Heidinger. Kiel wollte die Gleichzahl der beiden Stürmer bei hohen Bällen aufheben, gleichzeitig Zugriff auf den zweiten Ball schaffen. Dadurch litt die Offensive etwas, da Mühling tief positioniert war. Schnelle Gegenstöße nach gewonnen Bällen in diesen Szenen waren schwierig. Mühling und Drexler hatten ebenfalls einen schweren Stand in der Partie, da deren ideale Positionen im Zentrum von Kaiserslauterns Viererketten blockiert war. Kaiserslautern verteidigte stark, hatte im Mittelfeld stets Überzahl und zwang Kiel zu einigen Fehlpässen im Zentrum.

Kiel konnte mit dem hohen Ballbesitz von 60% gegen die im Zentrum sehr kompakten Lauterer wenig anfangen Sie suchten häufig etwas kompliziert und vorhersehbar den Weg über die Außen. Holstein war am gefährlichsten, wenn sie nach Ballgewinn schnell umschalteten und Räume hatten.

Die Gäste nutzten dann einige Kieler Ballverluste zu schnellen Gegenstößen mit hohen Anspielen auf die beiden Stürmer und spielten sich so auch im Kieler Drittel fest. Dabei verhinderte die Kieler Abwehr im Teamwork einige gute Torschüsse. Bringt der Gegner hier einen Stürmer mit an die Ostsee, der einen Lauf hat, waren Möglichkeiten da um in Führung zu gehen. Aber Lautern steht nunmal weit unten im Tableau und ist von einem Lauf weit entfernt.

So kommt es wie so oft: Lautern kontrolliert eine wenig kreative Kieler Offensive, spielt sich gute Chancen heraus und verliert dann einen Ball in hoher aufgerückter Position. Drexler spielt einen hohen Ball zentral in den Lauf von Lewerenz, der in dieser Situation die schlechte Staffelung der Lauterer Verteidigung nutzen konnte. Correia war als letzter Mann nicht in einer Linie mit der Abwehr und bot so die Möglichkeit für einen Tiefenlauf.
Dies nutze Lewerenz aus. Lautern verlor dann etwas den Faden und hatte Glück, dass Ducksch nicht zu einer Vorentscheidung bereits in der ersten Halbzeit traf.

Kiel wird stärker, Lautern trifft

Die zweite Hälfte startete besser für Kiel. Lautern musste nach dem Rückstand mehr für das Spiel machen und bot Kiel so mehr Räume an. In der Folge erspielte sich Kiel einige gute Möglichkeiten heraus. Lautern versuchte es mit einigen Fernschüssen, die meisten geblockt wurden.

Mühling und Drexler gaben dem Spiel nun die nötige Breite und holten die Bälle aus tiefen Positionen an den Außen ab. Kiels Offensive war besser gestalleft und spielte sich häufiger an den Strafraum und setzte ebenfalls auf einige Fernschüsse. Auch diese blieben an der Abwehr hängen. In dieser Phase verdiente sich Kiel die Führung nachträglich, kam aber nicht wie in den bisherigen Spielen zu vielen klaren Torchancen. Lautern hatte in den 90 Minuten mehr Torchancen aus dem Strafraum als Kiel.

Wie in der ersten Halbzeit fiel der Anschusstreffer in einer Phase in der Kiel eher an einem weiteren Tor dran war. Lautern belohnte sich also spät für die gute erste Halbzeit. Dabei offenbarte Kiel auf der Außenposition nach schnellem Ballspiel Lücken und blieb nach der Flanke im Mittelfeld einen Schritt zu spät.

Sonniges Ende

Die Partie regnete anschließend so vor sich hin. Kiels Offensive kam nur selten zu gefährlichen Abschlüssen. Die Pfälzer schafften nur wenig konstruktive Aktionen, sodass hier ein aus Kieler Sicht zufriedenstellendes Unentschieden in der Luft lag. Naja, dann kam Janzer irgendwie auf der Außenposition zum Flanken. Wenn es eine Ballflugkurve gab, die aus Lauterer Sicht maximales Pech bedeuten würde, dann war es genau diese.

Fazit

Lautern startet stark und schafft es Kiel fast zu neutralisieren. Trotzdem geht Kiel in Führung. Dann verdient sich Kiel die Führung und Lautern trifft zum Ausgleich. Am Ende holt Kiel sich sehr glücklich 3 Punkte. Passend dazu kam auch die Sonne wieder raus. Spiel abhaken und hoffen, dass Aue nicht so defensiv steht.
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Re: KSV-Taktik

Beitrag von Hawkeye » So 10. Sep 2017, 21:34

Danke für deine Analyse. Die bringt im Nachhinein mehr Klarheit. Während des Spiels sieht man die Szenen ist aber so gebannt, dass man nicht richtig darauf achtet. So ergeht es mir meistens.

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Re: KSV-Taktik

Beitrag von DSummer » Mo 11. Sep 2017, 13:09

Hawkeye hat geschrieben:Danke für deine Analyse. Die bringt im Nachhinein mehr Klarheit. Während des Spiels sieht man die Szenen ist aber so gebannt, dass man nicht richtig darauf achtet. So ergeht es mir meistens.
Gerne ;) . Bei den Torraumszenen ist es bei mir nicht anders. In den ruhigen Aufbauphasen kann man ja zumindest die Grundaufstellungen gut erkennen. Aber für das Detail brauche ich auch die Wiederholung nach dem Spiel.


Zur Frage der Qualität dieser Analysen:
Gibt es jemanden, der sich beim Trainerteam hier erkundigen kann? Ich schaffe es unter der Woche leider nicht zum Trainingsplatz, sonst hätte ich selbst mal nachgefragt. Dafür habe ich mal eine Mail geschreiben, ich weiß aber nicht, ob so ein Problem ernstgenommen wird.

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Re: KSV-Taktik

Beitrag von Ruhrpottstorch » Mi 13. Sep 2017, 10:25

MOD MODE ON
DSummer hat geschrieben:Gibt es schon News bzgl. der Trainerfrage dieser Analysen?
Eine Rückfrage hat ergeben, dass das Trainerteam keinen Anlass zur Sorge sieht, wenn diese Analysen veröffentlicht warden

Der Thread wurde daher zurück in den öffentlichen Bereich verschoben
MOD MODE OFF
Insofern dieser Beitrag nicht durch MOD MODE ON gekennzeichnet ist, enthält er lediglich die Meinung eines gewöhnlichen Holstein Fans

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Re: KSV-Taktik

Beitrag von DSummer » Mi 13. Sep 2017, 11:54

Klasse Nachricht, danke @Ruhrpottstorch!

Dann kann es hier ja direkt mit dem nächsten Spiel weiterehen:

Bevor Kiel in Richtung Derby abbiegt geht der Weg ins Erzgebirge.

Was erwartete Kiel in Aue?

Aue kontert in einem 3-4-3-System. Sie spielen dabei schnell und direkt auf die Außenpositionen, haben kaum längere Ballbesitzphasen in der gegnerischen Hälfte. Defensiv bildet sich eine 5er-Kette, die Offensiven Kräfte rücken ins Mittelfeld und bilden so einen stark verdichtetes Abwehrnetz rund um den Strafraum. Offensiv geht es meist schnell nach Ballgewinn in die Spitze. Rizzuto auf der rechten Seite sorgt für Offensivpower.

Gegen Ingolstadt haben sie 30 Torschüsse zugelassen, von denen aber nur 5 aufs Tor gingen. Aue schaffte 4 aufs Tor. Das spricht einerseits für eine tiefstehende, aber gut organisierte Defensive (, teilweise auch für einen schlechten Tag der Ingolstädter Torjäger) und andererseits für eine effiziente Offensive.

Kiel muss also aufpassen nicht in diese gefährlichen Konter zu laufen und eher versuchen Aue in die Spielgestalterrolle zu drängen. Im Spiel gegen Kaiserslautern konnte man gut sehen, dass Kiel gegen tiefstehende Teams, die vor allem das Zentrum gut verteidigen, Probleme im Spielaufbau bekommt. Aue setzt im Vergleich zu Kaiserslautern da noch einen drauf.

Kiel könnte sich ein paar Meter weiter hinten positionieren und damit Aue im Verbund etwas rauslocken, um nach Ballgewinn die Räume hinter und zwischen der Abwehr zu bespielen. Auswärts stand Kiel bisher auch etwas zurückgezogen. Die Frage wird sein, ob Aue da mitmacht. Das kompakte Dreiergespann aus Herrmann - Kinsombi - Heidinger vor der Innvenverteidigung könnte zu gefährlichen Flügelkontern einladen. Ich vermute im Vergleich zum Lauternspiel wird es taktisch bei Kiel ein paar Anpassungen geben und eine davon wird auch diese freien Räume auf den Außenpositionen betreffen. Die Außenverteidiger sollten etwas breiter stehen, das Mittelfeld etwas zurückgezogen. So kann Kiel sich wahrscheinlich relativ einfach Richtung Strafraum kombinieren, da Aue erst spät in der eigenen Hälfte oder sogar im eigenen Drittel gegenpresst.

Gibt es Aue-Experten, die Details zur Spielweise haben?

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Re: KSV-Taktik

Beitrag von scrambler » Sa 16. Sep 2017, 20:58

Aus dem Aue TM Forum

Der Schlüssel des Spieles lag im 4-1-4-1 . Eigtl. eine moderne Form des 4-2-3-1 Kiel spielt es unglaublich kompakt., wunderbar einstudiert. Das Mitelfeld wird kaltgestellt, Fandrich und Tiffert wirkungslos. Dazu kam von Aue über die Außen wie so oft nichts. Die Außenläufe wären geeignet, aber wiesooft vertändelte ein komplett hilfloser Rizuto das Spiel. Riese war defensiv mit Schindler gebunden, kam auch zuwenig.
Aue hätte ihr Spielssytem früher umstellen müssen, mind.zur Halbzeit. In der 2.Hälfte atackierte Aue vereinzelt früher, und hatte Chancen, aber Kiel gab das Spiel nie aus der Hand.

Fazit: Taktische Meisterleistung von Markus Anfang.
Holstein Kiel - Tradition seit 1900 .

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Re: KSV-Taktik

Beitrag von Claus mit C. » Sa 16. Sep 2017, 21:18

Ich dachte bisher immer, wir "alle" wollen Spaß und Freude am Erfolg unserer Jungs haben, sie ihren Erfolg mit uns ausleben lassen und keine Doktorarbeit über deren täglich Brot schreiben müssen K-) ...

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Re: KSV-Taktik

Beitrag von scrambler » Sa 16. Sep 2017, 21:23

Claus mit C. hat geschrieben:Ich dachte bisher immer, wir "alle" wollen Spaß und Freude am Erfolg unserer Jungs haben, sie ihren Erfolg mit uns ausleben lassen und keine Doktorarbeit über deren täglich Brot schreiben müssen K-) ...
und nicht jeder steht auf Einzeiller wie dein letzter Aue wird verhaue

Wer sich nicht für den Taktik Thread interessiert muss ihn doch nicht lesen - welches Problem hast du damit?
Holstein Kiel - Tradition seit 1900 .

Claus mit C.
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Re: KSV-Taktik

Beitrag von Claus mit C. » Sa 16. Sep 2017, 22:00

scrambler hat geschrieben:
Claus mit C. hat geschrieben:Ich dachte bisher immer, wir "alle" wollen Spaß und Freude am Erfolg unserer Jungs haben, sie ihren Erfolg mit uns ausleben lassen und keine Doktorarbeit über deren täglich Brot schreiben müssen K-) ...
und nicht jeder steht auf Einzeiller wie dein letzter Aue wird verhaue

Wer sich nicht für den Taktik Thread interessiert muss ihn doch nicht lesen - welches Problem hast du damit?
Dieser Einzeller ist natürlich nicht mehr Wert als der zigmal genannte Spruch "Alle gegen Halle"...
Und die Taktikphantasien von Außerstehenden sind eh nur Schall und Rauch...

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Re: KSV-Taktik

Beitrag von vorstopper57 » Sa 16. Sep 2017, 22:20

Claus mit C. hat geschrieben:Ich dachte bisher immer, wir "alle" wollen Spaß und Freude am Erfolg unserer Jungs haben, sie ihren Erfolg mit uns ausleben lassen und keine Doktorarbeit über deren täglich Brot schreiben müssen K-) ...
Ich finde die Beiträge von @DSummer hervorragend. :grin)
"Prügel" mich seit fast 40 Jahren mit dem Thema Fussball herum, aber bei so einem detaillierten Fachwissen vom User @DSummer, kann man jede Menge über unseren Sport dazu lernen. :augreib:
lachsmil , für deine Mühe...und bitte mehr davon!

@CmC...vielleicht solltest gerade Du...diese lektüre aufmerksam verfolgen...könnte dich in sachen Fussball um einiges weiterbringen!!! 8-)

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