KSV-Taktik

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DSummer
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Re: KSV-Taktik

Beitrag von DSummer » Mi 23. Aug 2017, 13:03

@elmo: Ich habe das Spiel nochmal im Schnelldurchlauf angesehen. Aus dem Spielfluss heraus kann ich deine Anmerkungen jetzt gut nachvollziehen und verstehe worauf du hinaus wolltest. Weitere Anmerkungen sind erwünscht ;)

Zum Lenzschen Einrücken bei geordnetem Spielaufbau:

Deine Beispielbilder sind hier sehr repräsentativ für den normalen Kieler Spielaufbau. Lenz rückte bei Kieler Spielaufbau von Beginn an ins Mittelfeld als eine Art zweiter 6er neben Kinsombi, gleichzeitg brachte häufig Drexler und Schindler die Breite im Mittelfeld. Das werde ich beim nächsten mal in der Aufstellungsgrafik berücksichtigen, sofern es wieder vorkommt.

Zu Beginn des Spiels hatte das allerdings zur Folge, dass Kiel nach Ballverlust zu wenig Spieler hinter dem Ball hatte. Erst als Fürth die Pressinghöhe nach der Führung um die 15. bis 20. Minute zurückzog konnte Kiel ruhiger Aufbauen, da nun automatisch mehr Spieler im Aufbau anspielbar wurden. Lenz und Lewerenz wurden auf der linken Seite zu Beginn des Spiels stets direkt verteidigt und Passwege zugestellt, das änderte sich als Fürth von einem hohen Mittelfeldpressing in Kiels Spielhälfte zu einem eher tiefen Mittelfeldpressing kurz hinter der Mittelfeldlinie in der eigenen Hälfte wechselte. Kinsombi profitierte davon, rückte selbst etwas zurück und wurde besser anspielbar.

Zur defensiven Zentrale in der 2. HZ:

Die Lücke, die du in dem Bild markiert hast, gab es hin und wieder, meistens in der Umschaltphase nach Ballverlust. Ein alter Hase also, siehe die ersten 2 Saisonspiele. War aber nicht so tragisch wie gegen Union, da Fürth im Mittelfeld nicht gut gestaffelt war und das so nicht ausnutzen konnte. In der zweiten Halbzeit hatte Fürth einige Ballbesitzphasen, in denen Kiel sich dann geordnet zurückzog und diese Lücke geschlossen wurde. Peitz ist wohl als 8er mit einer festen Absicherung eines 6er dahinter besser im aktuellen Spielsystem verortet. Vielleicht gibt es gegen Regensburg ja einen positionsgetreuen Wechsel im Laufe der 2.Hz von Mühling gegen Peitz auf der 8.

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Re: KSV-Taktik

Beitrag von DSummer » Do 24. Aug 2017, 12:36

Nächstes Wochenende, nächster Spieltag: Regensburg. Aufsteigerduell. Potentielles 6 Punkte Spiel.
Bei dem ein oder anderen werden bei diesem Namen gute Erinnerung an die letzte Saison wach.

Aber wie sieht es diese Saison aus? Wie spielt der Jahn?
Regensburg taktisch in einem 4-4-2, wahrscheinlich so wie in Ingolstadt. Angriffe etwas stärker über die rechte Seite mit George, grundsätzlich eher Flügelspiel als durch die Mitte. Bei Kopfballduellen konnte Regensburg in dieser Saison gut verteidigen, offensiv mit einigen Steilpässen, die den schnellen Weg über die Außen an den gegnerischen 16er fanden, für Gefahr sorgen. Von den Seitenpositionen schlägt Regensburg viele Flanken in den 16er.

Das 4-4-2 steht sehr kompakt, Regensburg lenkt den Gegner auf die Außenbahnen. Bisher hat Regensburg relativ viele Torschüsse zugelassen und war bei hohem Pressing des Gegners anfällig für Ballverluste.


Kann Regensburg wie gegen Ingolstadt auftrumpfen?

Regensburg hat die fehlende Abstimmung Ingolstadts dankend ausgenutzt und einen potentiellen Aufstiegskandidaten souverän geschlagen. Für Samstag erwarte ich, dass Regensburg mit dem frühen Pressing der Kieler Probleme bekommt und hier vor allem im defensiven Umschaltmoment anfällig sein wird. Das bedeutet für Kiel ein Steilpassspiel durch oder über die Schnittstellen nach Ballgewinn zu forcieren. Defensiv muss Kiel weiterhin schauen den 6er Raum dicht zu halten und im Mittelfeld besser gestaffelt zu stehen. Ich würde Kiel gerne mal als konternde Mannschaft sehen, die sich etwas mehr zurückzieht und das Pressing erst in der eigenen Hälfte startet.

An der Start11 von Kiel wird sich nichts ändern, sofern sich niemand verletzt. Die große Frage auf Kieler Seite ist, ob Kiel es schafft zu 0 zu spielen. Hierfür müsste man die Anfangsphase mal gegentorlos überstehen, Kiels bisher anfälligste Spielphase. Regensburg war defensiv aber auch alles andere als sicher. Spielen beide Mannschaften so weiter wie bisher, werden einige Tore fallen. Ein Punkt sollte gut möglich sein.

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Re: KSV-Taktik

Beitrag von DSummer » Fr 1. Sep 2017, 10:44

4. Spieltag, Samstag 26.08.17, 13:00: Jahn Regensburg - Holstein Kiel 1:2

Erstes 6-Punkte-Spiel gegen den Mitaufsteiger gewonnen. Noch 33 Punkte.

Kiel mit asymmetrischer Aufstellung
Kiel startete mit einem Wechsel auf der rechten Außenverteidigerposition. Herrmann rückte für Heidinger ins Team. Ansonsten spielte Kiel wie erwartet mit einem 4-1-4-1-System. Im Kieler Spiel zeichnete sich wiederholt eine Asymmetrie ab, bei der Lenz und Lewerenz eher vorgerückt spielten und das Duo Herrmann und Schindler eher etwas zurückgezogen.

Regensburg wechselte ebenfalls einmal aus, Knoll kam auf der Innvenverteidigerposition für Gimber ins Team. Im bekannten 4-4-2-System versuchte der Jahn gegen Holstein besser auszusehen, als noch letzte Saison. Offensiv lagen einige Hoffnungen auf George, der gegen Regensburg ein starkes Spiel zeigte.
4.ST_Kiel-Regensburg.gif
Starkes Kieler Zentrum
Nach einer kurzen Abtastphase zwischen den Teams übernahme Kiel die Spielkontrolle. Im Zentrum mit Kinsombi, Mühling, Drexler und teilweise Lenz konnte Kiel stets Übergewicht herstellen und ließ Regensburg bei eigenem Ballbesitz oft ins Leere laufen. Hatte Regensburg den Ball konnten sie nur selten das Kieler Zentrum überbrücken, da Kiel wie gewohnt früh und aggressiv nach Ballverlust presste. Also versuchte der Jahn den Weg über die Außen, die Kiel aber ebensfalls gut doppelt absicherte. Kam Regensburg gegen Ingolstadt wiederholt auch über längere Phasen an oder in den Ingolstädter Strafraum, schafften sie dies gegen Kiel nur selten.

Kiel kam im Gegensatz vor allem über den hoch positionierten Lewerenz in diese gefährliche Zone. Schindler auf der rechten offensiven Seite wurde von Mees und Nandzik zurückgedrängt, was sicherlich auch gewollt war um dahinter wie gegen Fürth freie Räume entstehen zu lassen. Dies nutzte Kiel durch schnelle Zuspiele in diese Räume und gut getimete Spielverlagerungen. Ducksch als Zielspieler Kiels bewegte sich häufig in den Raum hinter Sorensen, in den auch Lewerenz oft nach Ballgewinn schnell vorgestoßen ist. Über diese linke offensive Seite erreichte Kiel eine Vielzahl von Abschlüssen. Auf der rechten Seite der Regensburger entstand durch die Kieler Asymmetrie Raum, der besonders nach Spielverlagerungen und Ballgewinnen genutzt werden konnte. Diese Freiräume bot die linke offensive Seite nicht immer, trotzdem bemerkenswert wie viele Abschlüsse hierüber erreicht wurden.

Regensburg kam nur selten zu Abschlüssen in gefährlichen Zonen. Kiels Abwehr stand gut und blockte viele Schüsse. Überzeugte George auf Regensburger Seite gegen Ingolstadt noch mit guten Tiefenläufen und erkannte er hier auch freie Räume, bot Kiel hier kaum Möglichkeiten, die seine Fähigkeiten entfaltet hätten. Die hohe Positionierung von Lenz führte zu einem Zurückschieben von George, was ihm den Torzug nahm. Mit 23 Ballberührungen, 12 Passbeteiligungen und einem im Mittelfeld geblockten Schuss im ganzen Spiel blieb seine Position weitestgehend nicht am Spiel beteiligt.

Regensburg anfällig für Kieler Pressing
Das hohe Kieler Pressing zwingt Regensburg zu ungenauen, langen Bällen, die Kiel häufig abfängt und sofort auf Offensive umschaltet. Bei Einwürfen hält sich Kiel in der Einwurfzone an ein Manndeckungssystem, sodass überall ein direkter Zugriff auf die Gegenspieler entsteht und der Jahn sicher nur nach hinten einwerfen kann. Insgesamt wirkte Regensburg nicht schnell genug, sei es bei der Ausführung von Standards, der Deckung von Spieler bei Kieler Freistößen, aber auch beim Umschalten defensiv wie offensiv.

Kiel spielte einige Bälle nach erfolgreichem Pressing zentral direkt durch die Schnittstelle zur Offensivreihe um Ducksch, Lewerenz, Schindler und Drexler weiter. In diesen Szenen steht Kiel dann nahezu in Gleichzahl gegen die Regensburger Defensive, was mit fortlaufender Spieldauer zu immer mehr Probelmen auf Regensburger Seite führte.

Offensiv konnte der Jahn zentral kaum durchbrechen, da Kiel Pässe durch die Schnittstellen ins Zentrum früh abfing und aggressiv rausrückte mit Czichos und Schmidt. Dies jedoch nicht immer regelkonform, sodass der Jahn hierüber auch zum Freistoß, der zum Tor führte, kam. Kiel verteidigte im eigenen Drittel kompakt und rückte gut raus, sodass Regensburg hier zu vielen Fehlpässen gewzungen wurde. Die fehlende Geschwindigkeit der Regensburger Angriffe spielte Kiel ebenfalls in die Karten.

Kiel nach Führung auf Konter bedacht
Nach der Führung zog Kiel sich etwas zurück, Regensburg schob passend dazu etwas vor. Die hohe Taktzahl der Kieler Strafraumszenen nahm in der Folge etwas ab. Kiel fokussierte das schnelle Umschaltspiel nach Ballgewinn und drang so auch gut zum Strafraum vor. Schindler und Lewerenz tauschten die Außenpositionen wie in den bisherigen Spielen, was der Regensburger Verteidigung einige Probleme in der Zuordnung und Abstimmung bereitete.

Die zweite Hälfte startete zerfahren mit einigen Fouls auf beiden Seiten. Regensburg suchte nun verstärkt die Zweikämpfe, ging früher zum Gegenspieler. Sie verteidigten etwas höher und verringerte so den Kieler Zugriff im Mittelfeld. Die Aufstellung war jedoch zu statisch, als dass der Jahn hieraus die letzte Linie der Kieler überspielen konnte.

Kiel nutze die größer werdenden Freiräume für lange, hohe Bälle, die im Laufe der zweiten Halbzeit immer wieder zu guten Abschlüssen führten. Regensburg blieb Offensiv wenig variabel, somit konnte Kiel gut antizipieren, wie die Regensburger Offensive vorgehen würde. Regensburg konnte sich auch in der Schlussphase kaum in der Kieler Hälfte festsetzen. Es entstand keine Druckphase, in der der unbedingte Wille auf ein Tor erkennbar war. Am Ende lief die Zeit ohne weitere Tore runter und Kiel konnte den zweiten Sieg in Folge feiern.

Fazit
Regensburg fehlt der Zugriff auf das Zentrum und eine Lösung für das Kieler Pressing. In der Folge konnte Kiel die eigenen Stärken nach Ballgewinn mit variabler Offensive gut ausspielen. Nach der Führung gelang es Regensburg nicht eine Druckphase aufzubauen, sodass Kiel am Ende verdient 3 Punkte zurück an die Ostsee mitbringen konnte.
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Re: KSV-Taktik

Beitrag von DSummer » So 3. Sep 2017, 13:33

Vor der Saison habe ich angekündigt, dass nach den ersten 5 Spielen ein erstes Fazit gezogen werden kann. Auch weil die Datengrundlage es dann gut zulässt. Dazu habe ich meine Anmerkungen zu den einzelnen Spielen rausgekramt und hier zusammengestellt. Feedback erwünscht.

Sollte also jemand am spielfreien Wochenende nicht wissen, was er machen soll:

Status Quo nach 5 Spielen, Anfang September 2017

Kiel ist gut in die Zwitligasaison gestartet. 7 Punkte aus 4 Spielen, dazu das Weiterkommen im Pokal können sich für einen Aufsteiger sehen lassen. Beeindruckend dabei ist die Spielweise der Kieler: Offensiv, Pressing, Tore hüben wie drüben. Grob möchte ich die ersten 5 Spiele in 2 Phasen einteilen:

1. Peitz auf der 6 (Sandhausen, Union); 1 Punkt, 5:6 Tore
2. Kinsombi aus der 6 ((Braunschweig,) Fürth, Regensburg); 6 (9) Punkte, 5:2 (7:3) Tore

Ein paar Fakten

Aus der Vielzahl der Daten habe ich einige herausgegriffen, die die bisherige Leistung im Gesamtkontext der Liga einordnen. Kurze Zusammenfassung: Kiel ist ganz gut.

- 6. Platz, 7 Punkte, 10:8 Tore. Das kann sich für einen Aufsteiger mehr als sehen lassen.
- Die direkte Konkurrenz, Regensburg und Duisburg als Aufsteiger, stehen hinter Kiel.
- Kiel stellt die beste Offensive, erzielt im Schnitt 2,3 Tore.
- Kiel stellt die zweitschlechteste Defensive, im Schnitt 2 Gegentore. Wobei sich dies seit dem 3. Spieltag stark verändert hat.
- In verschiedenen Standard-Statistiken ist Kiel irgendwo im Mittelfeld oder im unteren Bereich (z.B. Ballbesitz Platz 11 mit 50,3%; Passquote Platz 14 mit 70,7%). Für die Kieler Spielweise (s.u.) wohl eher zu vernachlässigen.
- Die meisten Torschüsse pro Spiel mit 17 gibt Kiel ab (Durchschnitt ca. 14).
- Kiel schießt auch am häufigsten innerhalb des Strafraums 11,2 mal pro Spiel (Durschnitt ca. 7-8). 66% Schüsse aus dem Strafraum sind hier Spitzenwert der Liga. Diese Werte zeigen wie effektiv die Offensive arbeitet und wie kreativ sie sich Chancen in besten Positionen im Strafraum herausspielt. Zusammen mit der durchschnittlichen Ballbesitzquote deutet dies auf das schnelle Umschaltspiel hin.
- Defensiv fängt Kiel am meisten Bälle pro Spiel ab (18,5), blockiert viele Passspiele (10,5 pS Zweiter in der Liga; Durchschnitt etwa 7,5). Hier auch ein guter Hinweis auf das effektive Pressingspiel Kiels.
- Kiel ist bei offensiven Schnittstellenpässen und langen Bällen in der Spitzengruppe der Liga. Ebenfalls ein Hinweis auf das schnelle Umschaltspiel nach Ballbesitz.
- 4 der 10 Gegentore sind nach Standards gefallen. Eher eine Schwachstelle Kiels.
- Kiel greift relativ ausgeglichen an: 31% durch die Mitte, 33% links, 36% rechts, wobei Kiel zu Hause stärker über rechts und auswärts stärker über links angreift.
- Torabschlüsse fallen zumeist über die Zentrale mit 68%, gefolgt von 19% über die linke Seite und 13% über die rechte Seite.
T- orschüsse gegen Kiel kommen mit 81% hauptsächlich über das Zentrum. Die Außen mit 6% links und 13% rechts sind relativ sicher.

Wie spielt Kiel?

Für den regelmäßigen Stadionbesucher oder Sky-Zuschauer wird hier wenig Neues stehen. Der Vollständigkeit halber trotzdem eine kurze Zusammenfassung:

Der Kieler Spielstil folgt einem klaren Konzept: Offensives Spiel; Schnelles Umschalten offensiv wie defensiv; intensives Pressing; aggressives Rausrücken; schnelle Vorstöße flach und hoch; variable Angriffsstrukturen. Kiel spielt einen vertikal orientierten Fußball mit dem Ziel schnell vor das gegnerische Tor zu kommen und ungeordnete Spielsituationen nach Ballgewinn auszunutzen. Ballgewinnung und das anschließende Passspiel in die Spitze ist dabei risikoreich, sodass es in einigen Spielen zu einer gewissen „Pokalatmosphäre“ kam – schnelles Spiel in beide Richtungen. Für die Zuschauer klasse, für das Torverhältnis eher weniger. Nach der Umstellung Kinsombi auf die 6 aber deutlich besser im Griff.

Defensiv spielt Kiel ein Mittelfeldpressing, das um die Mittellinie einsetzt. Kiel lässt den Gegner zunächst den Ball in der Verteidigungslinie. Z.B. Ducksch läuft den ballführenden Spieler an und drängt den Ball auf eine Seite. Im Mittelfeld werden Anspielstationen zugestellt und ein geordneter Spielaufbau in dieser Zone so unterbunden. Kiel steht relativ hoch, um direkten Zugriff auf den Gegner zu haben und nach Ballgewinn schnell umzuschalten. Kiel steht hoch verteidigend in einem 4-1-4-1, tief verteidigend in einem 4-4-2. Die Staffelung ab dem Pokalspiel war durch zwei Aspekte verbessert: Kinsombi eher defensiv orientiert und Lenz stärker eingerückt für Überzahl im linken Mittelfeldbereich. Passwege werden in Ballnähe bewusst gesperrt, sodass nur risikoreiche hohe Bälle oder rückwärtsgerichtete Zuspiele möglich sind. Ducksch bleibt als einziger Spieler hoch stehen und „zockt“ auf einen Ballgewinn und damit verbunden sofortigen Gegenstoß.

Kiel versucht offensiv mit Spielverlagerungen durch Diagonalbälle Räume zu nutzen und schnell hinter die gegnerische Abwehrreihe zu kommen. Im gegnerischen Drittel schafft Kiel mehrere Anspielstationen, sodass ein Überlaufen des Gegners ermöglicht wird. Der Gegner wird vor allem auf der rechten Seite rausgelockt, um dahinter Räume entstehen zu lassen. Die Offensive rotiert regelmäßig, zwingt den Gegner so sich ständig auf neue Spielertypen einzustellen.

Soweit eine kurze Übersicht. Weitere Details sind in den einzelnen Spielanalysen der letzten Seiten zu finden.

Welche Spielertypen hat Kiel?

Diesen Spielstil haben folgende Spieler umgesetzt:

Kronholm; TW; eher antizipativ; mitspielend; eröffnet das Spiel mit guten, langen Bällen.
Czichos; IV links; Kapitän; Spielmachender IV; koordiniert Abwehr; präzise Umschaltmomente mit Steilpässen und langen Bällen; Antreiber; rückt aus Kette raus.
Schmidt; IV rechts; eher klassischer IV; rückt aus Kette raus.
Herrmann; AV rechts; Offensiver Flügelverteidiger; rückt bei Ballbesitz ins Mittelfeld vor.
Lenz; AV links; Hybrid: Offensiver Flügelverteidiger; offensiv leicht eingerückt; unterstützend im defensiven MF.
Kinsombi; MF 6; Abräumer; Typischer 6er; ordnet Mittelfeld und Sturm; Bindeglied Abwehr/Angriff; eher horizontal orientiert.
Mühling; MF 8; Tiefstehender Spielmache; ständig anspielbar; ballnah und nicht positionsgebunden; strukturiert Angriffe; Defensiv im 4-4-2 als 6er.
Drexler; MF 10; Spielmacher; keine spezielle Position; Antreiber; passsicher, kreativ.
Lewerenz; FS links; Flügelstürmer im 3er-Sturm; trickreich; gute Flanken; Zug zum Tor; hoch lauernd; nach Flügelwechsel nach innen ziehend.
Schindler; FS rechts; Flügelstürmer im 3er-Sturm; deckt verstärkt gegnerischen Flügelstürmer; trickreich; gute Flanken; Zug zum Tor; eher aus der Teife kommend; nach Flügelwechsel nach innen ziehend.
Ducksch; ST 9; Zentrumsstürmer; Mitspielender Stürmer als falsche 9; lässt sich zurückfallen und greift in den Aufbau ein; Zielspieler für hohe Bälle und flache Schnittstellenpässe; presst gegen die IV; "zockt", d.h. bleibt bei gegnerischem Ballbesitz weit vorne und zockt so auf schnelles Umschaltspiel nach Ballgewinn.

Ich habe bewusst diese 11 Spieler ausgewählt. Peitz und Heidinger konnten sich im aktuellen System nicht bewähren. Lenz wird bis ins nächste Jahr ersetzt werden müssen. Eine besonders interessante Position, da er als hybrider Spieler Aufgaben eines Außenverteidigers und 6ers übernommen hat.

Schlüsselspieler

Legt man nun die Kieler Spielweise über die Spielertypen, erhält man einige für das Spielsystem besonders wichtige Spieler.
Zunächst hat Kiel eine starke vertikale Achse mit Czichos – Kinsombi – Drexler – Ducksch, welche sich über das ganze Spielfeld zieht. Diese Spieler konnten bisher auch alle auf ihren Positionen im Ligavergleich überzeugen.

Czichos geht als Kapitän stets voran. Seine starke Passquote von 85,8% beruhigt das Aufbauspiel. Er unterbindet viele Angriffe durch starkes Rausrücken aus der Abwehr und fängt so pro Spiel 3,3 Bälle ab (Kinsombi zum Vergleich 1,3). Pro Spiel klärt er 3,8 Bälle, z.B. nach Flanken und schaltet sich offensiv mit 7,8 langen Bällen ins Aufbauspiel ein.

Kinsombi überzeugt auf seiner Position mit Ruhe und stabilisiert das Kieler System damit. Seine Passquote von 81,8% bei 3,3 Fehlpässen pro Spiel und seine hohe Tacklingerfolgsquote von 89% fehlten im Zentrum noch unter Peitz (PQ: 54,5%; TQ: 57%; 10,3 Fehlpässe pS). Dafür ist Peitz in der Luft Peitz kaum zu schlagen, hier kann sich Kinsombi noch etwas abschauen. Am Boden allerdings ist Kinsombi beim rückwärtsgerichteten Stellungsspiel und Passspiel sicherer. Vor der Saison habe ich in einem Beitrag erläutert, warum die 6 als Schlüsselposition im 4-1-4-1 so wichtig ist und hinterfragt, ob Kiel hier mit Peitz gut aufgestellt wäre. Kinsombi hat sich gut in die Lücke eingebracht.

Drexler zum aktuellen Zeitpunkt vielleicht der beste Spielmacher der zweiten Liga (2 Tore; 1 Assist). Daher auch verdient aktuell führend z.B. im Kicker-Ranking (,sofern man dies als Maßstab gelten lässt). Er ist praktisch überall im Mittelfeld anspielbar, spielt viele und gute Pässe in die Schnittstellen, legt Tore auf, schließt selbst gefährlich ab. Zudem arbeitet er auch defensiv mit und erobert einige Pässe ab, die dann sofort in die Offensive weitergeleitet werden.

Ducksch spielt bisher auch eine starke Saison und knüpft damit an die Leistungen der Drittligasaison an (3 Tore). Auch er momentan einer der besten Spieler der 2. Liga nach Kicker-Ranking mit einem geteilten 4. Platz. Als Zielspieler hoch oder flach anspielbar, geschickt im Zweikampf, mit gutem Gespür für Räume und abschlusstark.

Drexler und Ducksch haben somit die Hälfte der Kieler Tore geschossen, Drexler legte dabei ein Tor von Ducksch auf.
Lenz spielt als hybrider Spieler auf der Außenverteidigerposition und bei Ballbesitz oft als zusätzlich eingerückter Mittelfeldspieler. Schindler holt sich viele Bälle aus der Tiefe und ist mit seiner robusten Spielweise ein unangenehmer Gegenspieler.

Besonderheiten des Kieler Spiels

In den ersten Spielen tauchten einige Besonderheiten wiederkehrend auf, die ich als charakteristisch für das Kieler Spiel sehen würde und bereits erste Entwicklungen der Taktik zeigen.

1. Kieler Zentrum
Die ersten beiden Spiele mit Peitz waren zentral instabil und die Balance zwischen Defensive und Offensive war zugunsten der Offensive ausgerichtet. So konnte Kiel zwar für viel Torgefahr sorgen (5 Tore), allerdings auf Kosten einiger Gegentore (6 Gegentore). Erst mit dem Wechsel von Kinsombi auf die 6 wurde das Kieler Spiel ruhiger und war vor allem nach Ballverlusten nicht mehr so anfällig. Die Spielerstatistiken stützen diese Einschätzung. Es ist insgesamt eine Frage der Spielweise: Peitz offensiver mit Zug zum Gegner und weg von der Kieler Abwehrreihe oder Kinsombi defensiver mit stärkerer Bindung an die Abwehrreihe. Der Wechsel hatte in Bezug auf die Torgefahr kaum Auswirkungen. Kiel kommt weiterhin zu Torchancen, ist im Mittelfeld weiterhin überlegen und presst den Gegner früh. Defensiv hat dies allerdings einiges bewirkt. Kiel bekommt deutlich weniger Gegentore, lässt den Gegner seltener in die gefährliche zentrale Zone kommen und dort den Ball kontrollieren, die Abwehr wird entlastet und muss nicht mehr so riskant rausrücken.
Holstein_Zentrum.jpg

In der Grafik ist die Wirkung des Wechels durch den Kasten um Kinsombi zu erkennen. War bei Peitz dieser Raum oft unbesetzt und gleichzeitig Mühling und Drexler etwas höher positioniert, steht Kinsombi zumeist in genau diesem Raum und gleichzeitig fallen Mühling und Drexler etwas zurück.
In den letzten 3 Spielen kam nach 2/3 des Spiels Peitz für Mühling. Peitz ging dann auf die 6, Kinsombi rückte auf die 8 vor. Sandhausen gelangte in der ersten Halbzeit gegen Kiel immer wieder in die zentrale hinter Peitz und vor der Kieler Abwehr. Gegen Union versuchte Kiel noch die zentrale mit einer Doppel-6 in der zweiten Halbzeit zu sichern, was auch gelang mit Peitz neben Mühling. Dadurch ging allerdings einiges an offensivem Drive verloren, sodass Markus Anfang danach wieder auf das bewährte 4-1-4-1 setzte, wie beschrieben mit Kinsombi für Peitz.

Die Problemezone "Zentrale" ist für den Moment gut gelöst und sollte auch in den kommenden Spielen gegen Lautern und Aue keine großen Schwierigkeiten bereiten.

2. Asymmetrie der Kieler Aufstellung
Kiel spielt mit Lenz und Lewerenz auf der linken Seite hoch, während gleichzeitig Herrmann/Heidinger und Schindler auf der rechten Seite tiefer stehend. Dadurch verzerrt die taktische Aufstellung hin zur linken Seite. Lenz tendiert auch dazu häufig in die Mitte zu ziehen, als zusätzlicher 6er. Es entstehen zwei „Lücken“, in der Grafik zu sehen als rote Kästen.
Holstein_Asymmetrie.jpg
Dieses Vorrücken wird unterschiedliche abgesichert: Kinsombi zieht häufig bei Vorstößen von Lenz als Absicherung nach hinten, situationsabhängig auch Drexler oder Lewerenz. Czichos weicht auch auf die Außenverteidigerposition nach links, sofern Kiel den Ball schnell verliert und diese Lücke bespielt wird. Lewerenz gibt auf der linken Flügelseite die Breite und hält einen hohe Position, sodass der Gegner hier auseinander gezogen wird. Dies wurde nach dem Sandhausen spiel verstärkt.

Allgemein spielt Kiel nach dem Sandhausenspiel breiter und zieht den Gegner insgesamt auseinander, um die Zwischenräume und Schnittstellen besser nutzen zu können. Auf der rechten Seite zieht Schindler seine Gegenspieler mit direkten Rückspielen an sich und schafft dahinter Räume, die Drexler, Ducksch, Herrmann, schnell anlaufen können. Diese Zone auf der rechten Kieler Offensivseite sucht Czichos mit seinen zahlreichen langen Bällen.

3. Intensives Pressing
In irgendeinem Interview von Ralf Rangnick zum Thema Presssing von Hoffenheim und Leipzig, sagte er, dass die Wahrscheinlichkeit den Ball zurückzugewinnen nach 5 Sekunden rapide abnimmt. So trainieren diese Klubs auch. Kiel zeigt nach Ballverlust ein ähnlich schnelles Umschalten auf Ballrückgewinnung. Die hohen ballnahen Positionen im 4-1-4-1, das Kiel immer zum Ballführenden verschiebt, erlauben diesen schnellen Zugriff auf den Gegner. Die Dreiecksbildung über das ganze Spielfeld im 4-1-4-1 ermöglicht ein schnelles Umschalten (vgl. Grafik). Bisher hat kein Gegner dafür eine Lösung gefunden (am ehesten Union in der 2. HZ), die nicht in einen offenen Schlagabtausch (Union, Fürth je 1.HZ) geführt hat. Sandhausen, Braunschweig z.B. suchten ihr Heil in einer kompakten Defensive und ließen Kiel spielen, bis sie in Rückstand waren und Kiel sich etwas zurückzog.
Der Einsatz des Teams stimmt, unabhängig vom Spielstand versucht sich jeder für den anderen einzusetzen.
Holstein_Netz.jpg


4. Offensive und Umschaltspiel
Das Prunkstück Kiels. Wieder zurück zu Rangnick: Die höchste Chance auf ein Tor hat ein Team bis 10 Sekunden nach Ballgewinn. Nach Ballgewinn durch das intensive Pressing spielt Kiel mit wenigen Pässen schnell in die Spitze, sucht dabei mit Schnittstellenpässen und hohen Bällen hinter das gegnerische Mittelfeld oder sogar die gegnerische Abwehr den schnellen Weg zum Tor. So ist Kiel aktuell führend in der Torschusstabelle, genauso wie im Tableau für Schüsse aus dem Strafraum. Die taktische 4-1-4-1 Aufstellung schafft stets Anspielstationen im Zuge der Dreiecksbildung in der vordersten Reihe oder bietet gute Laufwege in diese an. Die Positionierung der Kieler Offensive ist einem 2-3-2-3 ähnlich, wobei sehr fluid interpretiert. Hier entstehen auch aus dem Spiel heraus gefährliche Situationen. Kiel kann sich also entweder hinten reinstellen und schnell kontern oder das Spiel machen und den Gegner hinten reindrängen.

Grenzen des Kieler Spiels

Zum Schluss noch ein paar Gedanken, wo die Kieler Taktik ihre Schwächen hat:

Drexler ist bisher der überragende Spielmacher. Ein gegnerischer Trainer wird ihm früher oder später einen Spieler an die Seite stellen. Kiel ist zwar flexibel, was die Offensive angeht, aber Drexler sticht aktuell heraus und könnte so etwas aus dem Spiel genommen werden.

Ein hohes Spielsystem des Gegners könnte Kiel weit zurückdrängen und damit die Offensive abschwächen. Das werden wahrscheinlich nur Top-Teams spielen mit der entsprechenden Qualität, sodass Kiel in den meisten Spielen hier weniger Probleme bekommen könnte.

Die Achse Czichos-Kinsombi-Drexler-Ducksch ist das Rückgrat von Kiel. Fällt ein Spieler in dieser vertikalen Achse aus, müssen die Ersatzspieler in große Fußspuren treten. Im Laufe der Saison werden wir erst sehen, ob der Kader in der Breite stark genug aufgestellt ist.

Verletzungen und Sperren müssen vermieden werden, um die Eingespieltheit weiter als Bonus ausspielen zu können. Lenz' Ausfall ist hier die erste große Aufgabe: Kiel muss bereits im nächsten Spiel umstellen und einen Ersatz für Lenz aufbieten. Herrmann und Heidinger könnten die Außenverteidiger stellen, die Frage ist dann nur wer wo spielt und ob die hybride Interpretation des linken Außenverteidigers so bestehen bleibt. Das könnte starke Auswirkungen auf die Grundordnung haben und die Asymmetrie ändern. Herrmann ist ein auch offensiv mitspielender Außenverteidiger und würde vom Spielstil besser auf die Position passen, sodass Kiel insgesamt weniger ändern müsste. Er zieht zudem auch auf der rechten Seite hin und wieder in die Mitte und könnte auch den Part als Mittelfeldspieler ersetzen. Van den Bergh ist ein erfahrener linker Verteidiger, der diese Position bereits gut kennt. Die Frage wird sein, ob eine Woche Mannschaftstraining ausreicht für die Startelf.

Standards führen zu einigen Gegentoren. Kommt der Gegner direkt vors Tor, kann Kiel den Ball nicht immer souverän klären, die Zuordnung passte nicht immer. Der Gegner hatte im Rückraum besseren Zugriff. Forciert der Gegner Standards wie Ecken und Einwürfe in Strafraumnähe, könnte dies zu Toren führen.

Momentan läuft alles für Holstein. Wie aber reagiert die Mannschaft nach 3 Niederlagen in Folge?

Wie kann Kiel besiegt werden?

Um hier weiteren Diskussionsstoff zu schaffen: Mein Vorschlag wie mein nicht vorhandenes 2.Liga-Team gegen Holstein spielen würde:

Czichos am Spielaufbau hindern durch Stürmer; Drexler mit Manndecker; Pressing ab Mittelfeldlinie; Defensive etwas zurückgezogen, um wenig Raum für Tiefenläufe zu lassen; Defensiv 4-3-2-1, um keine Schnittstellenpässe zu zulassen; Offensiv 2-5-3 um Zugriff im Mittelfeld zu bekommen und das Spiel breit zu machen, damit das Kieler Mittelfeld sich ebenfalls breit stellen muss und so Lücken bietet.

Zudem zeigt Kiel immer wieder Phasen in denen der Akku der Spieler aufgeladen werden muss. 90 Minuten Pressing klappt nicht. Das könnte man bewusst für die eigene Ingame-Taktik nutzen und den Spielrhythmus anpassen.
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Re: KSV-Taktik

Beitrag von boohjaa » So 3. Sep 2017, 16:21

Also Respekt für diese Analysen. Ich möchte aber dennoch den Betreibern dieses Forums ans Herz legen, hier eine Sperre einzubauen, die es nur Usern des Forums ermöglicht, diesen Thread zu lesen - oder so. Ich finde die Analysen schon ZU gut.
Besonders, wenn schon Anleitungen gegeben werden, wie man uns am besten schlägt.

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Re: KSV-Taktik

Beitrag von henry » So 3. Sep 2017, 20:49

Das ist wirklich TOP gemacht und sehr interessant zu lesen, allerdings könnte das wirklich auch für den jeweiligen Gegner recht aufschlussreich sein.
Freiheit heisst, anderen Worte sagen zu dürfen, die sie nicht hören wollen.

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Re: KSV-Taktik

Beitrag von Hawkeye » So 3. Sep 2017, 20:53

Respekt für deine Arbeit DSummer. Ist echt faszinierend. Den Einwand von boohjaa unterstütze ich. So eine Analyse habe ich in anderen Foren noch nicht gesehen.
Was dagegen spricht ist allerdings, dass sich "Auswärtige Fans" ebenfalls einloggen/registrieren könnten und diesen Thread dann trotzdem sehen/lesen.

Ich weiß gar nicht, was ich inhaltlich zu so einer Analyse beitragen könnte. Liest sich gut und ich würde behaupten, dass alles auch so stimmt und zutrifft.
"Ich habe nach dem Spiel in der Kabine viele verwirrte Menschen getroffen."
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Re: KSV-Taktik

Beitrag von Jupp » So 3. Sep 2017, 22:02

boohjaa hat geschrieben:Also Respekt für diese Analysen. Ich möchte aber dennoch den Betreibern dieses Forums ans Herz legen, hier eine Sperre einzubauen, die es nur Usern des Forums ermöglicht, diesen Thread zu lesen - oder so. Ich finde die Analysen schon ZU gut.
Besonders, wenn schon Anleitungen gegeben werden, wie man uns am besten schlägt.
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Re: KSV-Taktik

Beitrag von Kielerjunge » So 3. Sep 2017, 22:41

boohjaa hat geschrieben:Also Respekt für diese Analysen. Ich möchte aber dennoch den Betreibern dieses Forums ans Herz legen, hier eine Sperre einzubauen, die es nur Usern des Forums ermöglicht, diesen Thread zu lesen - oder so. Ich finde die Analysen schon ZU gut.
Besonders, wenn schon Anleitungen gegeben werden, wie man uns am besten schlägt.
Volle Zustimmung!
Auch wenn unsere Gegner sicherlich unsere Spiele auch genauestens analysieren, muss man diese trotzdem nicht dabei unterstützen. :grin)

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Re: KSV-Taktik

Beitrag von holzbein » Mo 4. Sep 2017, 10:10

Ab jetzt ist dieser Thread nur noch für angemeldete User sichtbar.
Zu diesem Zweck habe ich ihn in ein anderes Unterforum verschoben: FAN-Zone < Analysen

Ich stimme euren Bedenken zu, v.a. der Formulierung von Kielerjunge: Unsere Gegner machen sicher noch fundiertere Analysen unserer Spielweise, aber man muss ihnen das Analysieren nicht unnötig erleichtern.
Gleichzeitig sind die Analysen in diesem Thread für interessierte Holstein-Fans sehr spannend, deshalb sollten wir sie auch nicht komplett sein lassen.

Natürlich können sich auch Vertreter anderer Vereine hier anmelden -- aber solange der Thread unsichtbar ist und in einem weniger auffälligen Unterforum liegt, wissen sie ja gar nicht, dass dieser Thread überhaupt existiert... Google findet den Thread zumindest nicht mehr.

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Re: KSV-Taktik

Beitrag von Parklife » Mo 4. Sep 2017, 11:22

holzbein hat geschrieben:Ab jetzt ist dieser Thread nur noch für angemeldete User sichtbar.
Zu diesem Zweck habe ich ihn in ein anderes Unterforum verschoben: FAN-Zone < Analysen

Ich stimme euren Bedenken zu, v.a. der Formulierung von Kielerjunge: Unsere Gegner machen sicher noch fundiertere Analysen unserer Spielweise, aber man muss ihnen das Analysieren nicht unnötig erleichtern.
Gleichzeitig sind die Analysen in diesem Thread für interessierte Holstein-Fans sehr spannend, deshalb sollten wir sie auch nicht komplett sein lassen.

Natürlich können sich auch Vertreter anderer Vereine hier anmelden -- aber solange der Thread unsichtbar ist und in einem weniger auffälligen Unterforum liegt, wissen sie ja gar nicht, dass dieser Thread überhaupt existiert... Google findet den Thread zumindest nicht mehr.
Wenn man auf "Neue Beiträge" geht, erscheint der Thread aber halt nach wie vor ganz normal (für angemeldete User). Vielleicht wäre es eine Idee, wenn DSummer zumindest die Absätze darüber, wie man Holstein schlagen kann etc., aus der Analyse rausnimmt. (Wenngleich gegnerische Trainer sich sicher selbst ihr eigenes Bild von Holsteins Spielweise machen.)

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Re: KSV-Taktik

Beitrag von DSummer » Mo 4. Sep 2017, 11:44

Ich musste erst mal suchen, wo ich den Thread nun finde. Nach dem verstärkten Gegenwind habe ich bereits mit einer kompletten Löschung des Themas gerechnet.

Ich sehe das allerdings anders als die meisten hier:

Der Analysethread sollte weiterhin ohne Anmeldung zugänglich sein. Es sind schließlich nur einfache Freizeit-Analysen.

Die letzte Analyse ist auf einer 3 stündigen Autofahrt entstanden. Jeder potentielle Gegner Holsteins hat mehr Informationen (z.B. Opta-Daten), bessere Methoden (Software) und bessere Analysten (Dfb-Ausbildung).

Im Internet frei zugängliche Taktikanalysen zu einem Bundesligaverein sind auch keine Seltenheit mehr. Die meisten davon mit mehr Tiefgang als meine Analysen. Spielverlagerung ist die bekannteste Taktik-Seite. Es gibt noch unzählige mehr, zu vielen Bundesligisten der ersten und zweiten Liga, z.B.:

Hannover 96: http://www.niemalsallein.de/
Schalke 04: https://halbfeldflanke.de/
Bayern München: http://miasanrot.de/
VfB Stuttgart: http://www.vfbtaktisch.de/
TSG Hoffenheim: http://konzeptfussballberlin.de/
Union Berlin: https://eiserneketten.de/ (übrigens mit einer deutlich detaillierteren Analyse als hier im Thread https://eiserneketten.de/posts/viel-fussball/ )

Dazu noch diverse Blogs, Social Media Kanäle, Foren und Gastbeiträge auf größeren Sportseiten.

Zudem sehe ich anhand der Threadöffnungen, dass das Interesse relativ hoch sein muss am Thema "Taktik", aber lange nicht jeder Interessent sich einloggt und mitdiskutiert, sodass viele Leser nun ausgeschlossen sind. Sollte ein Verein tatsächlich in einem Fanforum nach Informationen zum Gegner suchen, ist dieser wahrscheinlich spätestens seit dem Aufstieg im Forum angemeldet und wird den Thread Taktik weiterhin lesen.
DSummer hat geschrieben: [...] Sofern solch ein Taktikthread hier im Forum anklang findet, [...]
Wenn das Thema an sich hier generell nicht erwünscht ist, akzeptiere ich das und suche nach anderen Optionen, appelliere vor so einem Schritt aber an die Offenheit gegenüber neuen Themen und Sichtweisen zum Thema Holstein.

Wenn hier jemand mit Sicherheit sagen kann, dass meine Analysen sich auf dem Niveau einer normalen Spielvorbereitung/-nachbereitung bewegen, akzeptiere ich die Verschiebung in den geschlossenen Bereich sofort. Momentan sind das allerdings nur Befürchtungen, zumeist von Usern, die bereits zu Beginn des Threads dagegen waren. Wiederum: Hier appelliere ich an die Offenheit gegenüber neuen Themen und Sichtweisen zum Thema Holstein.

Gibt es jemanden, der mit Sicherheit sagen kann, wie gut die Analysen wirklich sind?

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Re: KSV-Taktik

Beitrag von Mad Mario » Mo 4. Sep 2017, 11:46

Zunächst einmal Respekt an DSummer für seine Analysen.
Es ist interessant zu lesen und sorgt dafür, dass man beim nächsten Spiel vielleicht doch nochmal ein wenig anders auf die Spieler und Positionen achtet.

Um den Bereich zu schützen könnte man vielleicht den Thread nur für member mit mehr als 100 posts sichtbar machen.
Das dürfte dafür sorgen, dass wirklich nur alte Holstein Forum Member mitlesen.

Unter den registrierten Mitgliedern sind schliesslich auch immer mehr Fans anderer Vereine.
Erst hatten wir kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu.

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Re: KSV-Taktik

Beitrag von Parklife » Mo 4. Sep 2017, 12:18

DSummer hat geschrieben:
Gibt es jemanden, der mit Sicherheit sagen kann, wie gut die Analysen wirklich sind?
Das kann ich leider nicht beurteilen, aber ich kann zumindest sagen, dass es weder im jetzigen noch im alten Holstein-Forum jemals so detaillierte Analysen von Holsteins Spielweise gegeben hat (jedenfalls nicht, dass ich mich erinnern kann). Ich finde Deine Analysen wirklich spannend und interessant zu lesen! Mir fehlt da leider das geschulte Auge, um solche Feinheiten erkennen zu können...
Zuletzt geändert von Parklife am Mo 4. Sep 2017, 22:51, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: KSV-Taktik

Beitrag von holzbein » Mo 4. Sep 2017, 12:28

DSummer hat geschrieben: Gibt es jemanden, der mit Sicherheit sagen kann, wie gut die Analysen wirklich sind?
Ich kann es ebenfalls nicht beurteilen -- und auch ich lese deine Analysen sehr gerne und möchte sie gerne weiterhin hier lesen können.
Besonders spannend finde ich daran, dass man mit diesen Analysen auch die Leistung von Spielern, die beim flüchtigen Blick weniger im Vordergrund stehen, viel besser würdigen kann.

Mein Vorschlag:
Wir versuchen herauszufinden, ob unser Trainerteam Bedenken hat, wenn diese Hobby-Analysen hier öffentlich (oder überhaupt) gepostet werden.
Vielleicht kann einer unserer Trainingskiebitze bei nächster Gelegenheit mal bei Anfang/Cichon/Kohlmann nachfragen?

Bis das geklärt ist, würde ich diesen Thread erstmal am aktuellen Ort mit der aktuellen Beschränkung auf angemeldete User belassen.

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