Rund um Kiel (Events, Politik etc.)

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PavelDobry
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Re: Rund um Kiel (Events, Politik etc.)

Beitrag von PavelDobry » Mi 9. Jun 2021, 19:06

Durch die Sprachkritische Aktion Unwort des Jahres in Deutschland erhielt das Wort "Gutmensch" 2011 den zweiten und 2015 den ersten Platz als Unwort des Jahres. Dies begründete die Jury 2011 folgendermaßen:

„Mit dem Ausdruck Gutmensch wird insbesondere in Internet-Foren das ethische Ideal des ‚guten Menschen‘ in hämischer Weise aufgegriffen, um Andersdenkende pauschal und ohne Ansehung ihrer Argumente zu diffamieren und als naiv abzuqualifizieren."

Heinz Holstein
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Re: Rund um Kiel (Events, Politik etc.)

Beitrag von Heinz Holstein » Mi 9. Jun 2021, 19:47

KSV-Jannis hat geschrieben:
Mi 9. Jun 2021, 18:45
Gegen Gutmenschen sieht man immer wie ein Schlechtmensch aus. Sind sie zu Lifestyle Grün/Links, bist du zu schwach :-D. So ist halt Gesinnungsethik, halb so wild und jedem nach seiner faison bzw. fasong :-D
Bundeszentrale für politische Bildung
Gesinnungsethik - Politisch-moralisches Prinzip, das die Gesinnung, die Überzeugung, den Glauben etc. als einzigen Maßstab des (politischen) Handelns zulässt. Die G. steht damit in einem Spannungsverhältnis zur Verantwortungsethik (die danach fragt, ob das Resultat politischen Handelns verantwortbar ist und nur das als Maßstab gelten lässt). Nach M. Weber ist es Aufgabe politisch Handelnder, eine Balance zwischen G. und Verantwortungsethik zu finden.

:opa:
Gesinnungsjournalisten, Gesinnungspolitiker, Gesinnungsjustiz – die Liste der „Gesinnungs-Kompositionen“ in Reden, Statements und Zeitungsartikeln lässt sich beliebig fortsetzen. Die Gesinnungsethik ist als Kampfbegriff momentan in Mode und wird von Vertretern jedweder politischen Couleur ins Feld geführt, um den jeweiligen Gegner als unreif und inkompetent zu diskreditieren.

Der Soziologe Max Weber hätte seine wahre Freude daran gehabt – oder eher nicht ob der missbräuchlichen Verwendung des Begriffs, der oft als Gegenbegriff zur Verantwortungsethik gesehen wird. Letzterer ist allerdings im Gegensatz zur Gesinnungsethik überwiegend positiv konnotiert. Zum 100-jährigen Jubiläum von Max Webers denkwürdiger Vorlesung über Politik als Beruf in einer Münchner Buchhandlung am 28. Januar1919 erinnern viele Artikel und Aufsätze an seine Thesen – ein willkommener Anlass, sich auch im Rahmen unseres Geschäftsberichts näher mit seiner Gesinnungs- und Verantwortungsethik zu befassen. Denn sie kann nicht nur für Politiker im engeren Sinne, sondern auch für politische Akteure im weiteren Sinne noch heute Denkanstoß/Leitlinie sein.

Doch was sagt Max Weber eigentlich in seinen Ausführungen? Er benennt zunächst drei Qualitäten, die wesentlich für einen Politiker sind: Leidenschaft, Verantwortungsgefühl und Augenmaß, wobei er unter ersterem die leidenschaftliche Hingabe an eine Sache versteht – stets jedoch in Verbindung mit Verantwortung und Augenmaß, „der Fähigkeit, die Realitäten mit innerer Sammlung und Ruhe auf sich wirken zu lassen, also: der Distanz zu den Dingen und Menschen.“ In diesem Zusammenhang warnt er auch vor der Eitelkeit als der „Todfeindin aller sachlichen Hingabe und aller Distanz, in diesem Fall: der Distanz sich selbst gegenüber.“

Er unterscheidet zwischen zwei Politikertypen:
Gesinnungsethiker, die ihre eigenen Grundüberzeugungen und Werte zum Maßstab ihres Handelns erklären, ohne sich jedoch Gedanken über die Folgen ihres Tuns zu machen oder zumindest für die Folgen keine Verantwortung übernehmen zu wollen.
Verantwortungsethiker, die in erster Linie die längerfristigen Konsequenzen ihrer Entscheidungen in den Mittelpunkt stellen und entsprechend agieren. Die eigenen Grundüberzeugungen spielen eine untergeordnete Rolle.

Diese beiden Typen sind in ihrer Reinform natürlich nur ein theoretisches Konstrukt, das sich weder politisch noch moralisch in der Realität durchhalten lässt. Deshalb kommt auch Max Weber zu dem Entschluss: Gesinnungsethik und Verantwortungsethik sind „nicht absolute Gegensätze, sondern Ergänzungen, die zusammen erst den echten Menschen ausmachen”. Denn auch Verantwortungsethiker sind und müssen bei ihrem Handeln von einer Haltung oder Überzeugung geleitet sein. Der Zweck heiligt eben nicht die Mittel. Umgekehrt können Gesinnungsethiker die Konsequenzen ihres Handelns nicht völlig außer Acht lassen. Das Gegenteil von gut ist bekanntlich gut gemeint.

Und dennoch sind rein gesinnungsethische Argumentationen für die Lösung von Problemen in einer immer komplexeren Welt eine große Verlockung. In unseren Zeiten, in denen Dank Globalisierung und Digitalisierung alles mit allem zusammenhängt, gibt es keine einfachen Antworten und es wird immer schwieriger, fundierte und umfassend informierte Entscheidungen zu treffen. Da ist der Wunsch nach Orientierung und simplen Wahrheiten groß – nicht nur im Politischen auch im Privaten. Umso wichtiger ist es, dass Gesinnungs- und Verantwortungsethik in Balance gehalten werden, um zu vernünftigen Lösungen zu gelangen. Dabei kann man natürlich trotzdem zu unterschiedlichen vertretbaren Antworten gelangen.

Quelle: https://wvmgb.s3.eu-central-1.amazonaws ... index.html
"In Zeiten der universellen Täuschung wird das Aussprechen der Wahrheit zur revolutionären Tat."
George Orwell

"Sapere aude – Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!"
Immanuel Kant

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Re: Rund um Kiel (Events, Politik etc.)

Beitrag von Klaus » Do 10. Jun 2021, 10:51

In drei Tagen könnt ihr alle die Hosen – äh, die Masken – runterlassen.
https://www.kn-online.de/Kiel/Kiel-Mask ... ecklaeufig

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Re: Rund um Kiel (Events, Politik etc.)

Beitrag von KSV-Jannis » Do 10. Jun 2021, 13:13

Klaus hat geschrieben:
Do 10. Jun 2021, 10:51
In drei Tagen könnt ihr alle die Hosen – äh, die Masken – runterlassen.
https://www.kn-online.de/Kiel/Kiel-Mask ... ecklaeufig
Ich als gutmensch, bestmensch, gesinnungsethiker und verantwortungsethiker sage dazu, endlich ist der Quatsch vorbei. :grin) Mit Kanonen auf Spatzen schießen, hat noch nie Sinn ergeben. Für den Einzelhandel aber zu spät, vllt macht man aus den leerstehenden Räumen dann Testzentren, sollen ja zur zeit sehr lukrativ sein, zwitschern die Spatzen von den Dächern.... :whistle:

Egon Olsen
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Re: Rund um Kiel (Events, Politik etc.)

Beitrag von Egon Olsen » Do 10. Jun 2021, 21:33

Nach der Handball-WM 2019 geht Kiel als Veranstaltungsort für die EM 2024 erneut leer aus.
Gespielt wird in Köln, Düsseldorf, Hamburg, Berlin, Mannheim und München.
Das Eröffnungsspiel soll in der Düsseldorfer Fußballarena mit 50.000 Zuschauern steigen.

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Re: Rund um Kiel (Events, Politik etc.)

Beitrag von KSV-Jannis » Do 10. Jun 2021, 21:46

Da kann man mal sehen, das Kiel doch keine Handballstadt ist, wie schon so oft betont und mich seit lebzeiten nervt. Es ist halt eine Randsportart welche jedem cent braucht, deshalb auch solche Veranstaltungsorte und Mißachtung von Tradition. Das wäre so als würde der DFB Bayern München ignorieren, da kann man mal sehen wie wenig einfluss der THW hat als Rekordmeister. Im Fussball ist z.B. Schalke als EM oder WM Ort auch immer dabei, obwohl die Stadt keine Metropole ist, ähnlich wie Kiel. Geographisch macht Köln und Düsseldorf keinen sinn, dann hätte man lieber Hannover nehmen sollen. In Düsseldorf kann man das Dach einfahren glaub ich, das müsste der Hauptgrund sein für diesen Eventort.

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Re: Rund um Kiel (Events, Politik etc.)

Beitrag von Egon Olsen » Fr 11. Jun 2021, 06:49

Jannis, mit Verlaub, natürlich hat Handball in Kiel seinen Stand. Das war ja keine Entscheidung der Kieler Bevölkerung, sondern der Veranstalter.
So gesehen ist neben Fußball bei uns alles Randsportart, zumindest was das Geldverdienen angeht.
Sind Berlin, Düsseldorf, Mannheim und München, Hamburg (oder gar Hannover) in dem Sinne Handballstädte? Köln akzeptiere ich wegen der Verbindung zum VfL Gummersbach und weil dort die größte Halle in Deutschland steht.
Klar liegt es einzig und allein daran, dass die anderen Standorte größere Hallen bzw. Arenen aufweisen und wahrscheinlich (bis auf Mannheim) mehr Glamourfaktor haben. Die Ostseehalle ist trotz der vor 15 Jahren (?) erfolgten Kapazitätserhöhung inzwischen einfach zu klein...
Bei den vorherigen WM-Turnieren in Deutschland war Kiel selbstverständlich dabei (1982 und 2007). Und es gibt ja noch andere Standorte, die eine WM auf Grund ihrer Handball-Historie verdient hätten: Magdeburg oder Dortmund (ebenfalls in Verbindung mit Gummersbach) z. B.
So oder so, ich finde es schade, dass Kiel nicht dabei ist. Eine WM oder EM ist schon ein herausgehobener Anlass und sorgt für einige Aufmerksamkeit.

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Re: Rund um Kiel (Events, Politik etc.)

Beitrag von Interceptor » Fr 11. Jun 2021, 19:47

Egon Olsen hat geschrieben:
Fr 11. Jun 2021, 06:49
Jannis, mit Verlaub, natürlich hat Handball in Kiel seinen Stand. Das war ja keine Entscheidung der Kieler Bevölkerung, sondern der Veranstalter.
So gesehen ist neben Fußball bei uns alles Randsportart, zumindest was das Geldverdienen angeht.
Sind Berlin, Düsseldorf, Mannheim und München, Hamburg (oder gar Hannover) in dem Sinne Handballstädte? Köln akzeptiere ich wegen der Verbindung zum VfL Gummersbach und weil dort die größte Halle in Deutschland steht.
Klar liegt es einzig und allein daran, dass die anderen Standorte größere Hallen bzw. Arenen aufweisen und wahrscheinlich (bis auf Mannheim) mehr Glamourfaktor haben. Die Ostseehalle ist trotz der vor 15 Jahren (?) erfolgten Kapazitätserhöhung inzwischen einfach zu klein...
Bei den vorherigen WM-Turnieren in Deutschland war Kiel selbstverständlich dabei (1982 und 2007). Und es gibt ja noch andere Standorte, die eine WM auf Grund ihrer Handball-Historie verdient hätten: Magdeburg oder Dortmund (ebenfalls in Verbindung mit Gummersbach) z. B.
So oder so, ich finde es schade, dass Kiel nicht dabei ist. Eine WM oder EM ist schon ein herausgehobener Anlass und sorgt für einige Aufmerksamkeit.


Ach Egon,
Die Verbindung Gummersbach mit Köln hinkt.Es geht nur um KOHLE und um nichts anderes!Köln ist nur wegen der größeren Einnahmemöglichkeit gewählt worden, nur dass mit Mannheim und München, dass Quasi die heimliche Hauptstadt Handball-Deutschland darstellt, finde ich auch mehr als Merkwürdig!

Wer ist nochmal DHB Funtionär und aus welcher Region stammen die Person?

Hanning kommt aus (Essen)...........................da ist Köln ja nicht so weit!
Andreas Michelmann aus (Aschersleben)...........da wäre ja Magdeburg auch nicht so weit weg

Die Auswahl der Städte ist für mich als SG Fan auf jeden Fall,fragwürdig anzusehen daumenrunter
Tatsachenentscheidung müssen Tatsachenentscheidung bleiben!!!!
"Contra Videobeweis"

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Re: Rund um Kiel (Events, Politik etc.)

Beitrag von KSV-Jannis » Sa 12. Jun 2021, 10:48

Da habt ihr beide recht und man muss dann zugeben, das die Ostseehalle oder Kiel nicht das Handball Mekka ist, sonst gäbe es überhaupt kein Zweifel daran, das Kiel auch ein Austragungsort wird. Ergo sind wir nicht die Handballhauptstadt in Deutschland, denn wäre es so, würde man ohne wenn und aber hier auch spielen bei solch wichtigen Tunieren. Die Ostseehalle hat 3000 weniger Plätze als Hamburg, Hamburg ist wichtiger und repräsentativer als Stadt, deshalb kann man HH als Austragungsort akzeptieren. München hat 1.500 mehr Plätze als die Ostseehalle und deckt den Süden ab, das kann man auch akzeptieren.
Es Spielen ja 24 Länder mit und gerade bei den kleineren Partien, glaub ich kaum das die Hallen voll werden. Außer man verkauft Tagestickets und kann zwei, drei Spiel zum Preis von einem an einem Tag sehen. Sonst glaub ich kaum, das bei einem eventuellen Spiel Portugal gegen Weißrussland, über 10.000 Zuschauer in die Halle gehen. Dafür ist die Sportart zu sehr Randsportart und für solche Spiele würde auch Kiel, Magdeburg, Flensburg, Hannover etc. athmosphärisch besser passen. Gerade die Mitte Deutschland mit Hannover oder Magdeburg wird völlig außer acht gelassen, deshalb nannte ich Hannover. Von der Stadt her ist Hannover auch repräsentativer und größer als Magdeburg, deshalb hätte ich sie neben geographischen Gesichtspunkten auch genommen.

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Re: Rund um Kiel (Events, Politik etc.)

Beitrag von Guy Incognito » Sa 12. Jun 2021, 17:52

Eine Tram wird es wohl nicht vor 2030 geben. Als einer, der noch regelmaßig die alte Linie 4 benutzt hat, bin ich gespannt, ob ich eine Fahrt noch erleben werde... :attacke:
Bundesweit

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